Sauber werden

Irgendwann ist es wirklich soweit, und die Windeln haben ausgedient. Aber bis man endlich den Familienurlaub um einige Windelpakete leichter antreten kann, ist es leider ein oft mühsamer, wenn nicht sogar qualvoller Weg… Aber lest selbst einen Auszug aus meine zum Glück schon einige Jahre alten Leidensprotokoll: (ohne Scheiß, echt wahr!):

15:30 Uhr
Hole meinen dreijährigen Sohn vom Kindergarten ab. Die Erzieherin teilt mir lapidar mit, dass sie ihn zum Pippimachen geschickt habe, anschließend musste sie nicht nur seine Kleider sondern auch noch den ganzen Flur von der Toilette zum Gruppenraum putzen – der braune Horror! Sie überreicht mir mit spitzen Fingern eine Plastiktüte, die ich nicht zu öffnen wage (seine kontaminierten Kleider!). Werde kurz rot und drücke mein Bedauern aus. Versuche sie damit zu trösten, dass es meine Nachbarn neulich noch schlimmer erwischt hat: Nachdem mein Sohn dort auf dem Spieltepich des Nachbarsohnes sein großes Geschäft verrichtet hatte und dies erst verspätet bemerkt wurde, musste ich dort die komplette Dusche putzen – wohin er kurzerhand verfrachtet worden war. Mein Nachbar (Vater zweier Söhne und ebenfalls leidgeprüft) schrubbte derweil auf Knien den Teppich.

17:30 Uhr
Bin gerade mit meinem einjährigen Sohn am Wickeltisch beschäftigt (Komplettwechsel), da höre ich aus dem Wohnzimmer den Älteren rufen: „Kacka am Finger“. Es dauert einige Sekunden, bis die Nachricht in meinem Gehirn ankommt, dann geht alles ganz schnell. Ich schreie „Nicht bewegen!“ und stürze ins Wohnzimmer, das halbnackte Baby auf dem Arm. Der Große sitzt auf dem Sofa (!!), zum Glück in der Windel, die er schon zum Schlafen bekommen hat. Darin ist tatsächlich Kacka, nur leider hat er dies wohl selbst mit seinem Finger überprüft und das Ergebnis auf den Couchtisch geschmiert. Ich bekomme einen Ekel- und Schreianfall, lasse das weinende Baby allein auf dem Teppich zurück und stürze mit dem älteren Bruder ins Bad, wo er eine Komplettreinigung erhält.

20:30 Uhr
Kinder im Bett, endlich Feierabend? Ich will mich gerade erschöpft aufs Sofa sinken lassen – aber nein, da war doch noch was: Ich wage es endlich, die Plastiktüte zu öffnen, die mir die Erzieherin überreicht hat. Beförderer den Inhalt ohne ihn anzusehen in die Waschmaschine und anschließend in den Trockner.

P.S.: Der neuester Spruch meines Sohnes aus dem Kindergarten lautet übrigens: „Hör auf, Kacka!“ Zum Beispiel, wenn ich ihn bitte, anständig zu Essen oder sich anzuziehen. Der braune Horror lauert eben überall.

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