Allo? Wu!

Unsere kleine Tochter spricht. Das heißt, sie lernt gerade sprechen. Ihr Wortschatz, der aus zahlreichen Lauten, selbsterschaffenen, verdrehten Worten und „richtigen“ Worten besteht, wird von allen Familienangehörigen bereits bestens verstanden. Das Kind ist ohnehin sehr kontaktfreudig, sehr zum Entzücken der Umwelt.

"Brilla" ist gehört selbstverständlich auch zum Wortschatz.

„Brilla“ gehört selbstverständlich auch zum Wortschatz.

Begegnen wir einem Nachbarn im Treppenhaus oder Gemeinschaftskeller schallt ihm oder ihr stets ein „Allo!“ entgegen, gerne auch vier- oder fünfmal – nur zur Sicherheit, dass das Gegenüber es auch richtig versteht. Lernen durch Wiederholen. Der ältere Herr aus dem dritten Stock machte sich neulich einen Spass daraus, ihr von dort oben im Treppenhaus immer wieder „Hallo“ nach unten ins Erdgeschoss zuzurufen, was sie mit wachsender Begeisterung dazu veranlasste, jedesmal mit „Allo“ zu antworten.

Jeder, dem wir außerhalb unseres Hauses begegnen und den ich grüße, wird von ihr ebenfalls mit einem deutlichen „Allo“ begrüßt. Lernen durch Nachahmen. Eine vorbeiradelnde Nachbarin fiel neulich vor Begeisterung fast vom Rad, als ihr dieser knapp 80 cm kleine Mensch, in grasgrünen Crocs vor sich hinstiefelnd, vom Wegesrand fast nebenbei und ganz selbstverständlich „Allo“ zurief.

Bezaubert war auch ein Engländer, der in der Wohnung ganz oben kürzlich zu Besuch war. Er war gerade dabei, aus dem Kellerabteil ein paar Flaschen Bier zu holen, als sie sich vor ihm aufbaute und ihm freudestrahlend mit einer gewissen Penetranz mehrfach „Allo“ zurief, was er prompt jedesmal mit „Hello“ quittierte. So ging das eine Weile hin und her, bis sie den armen Mann schließlich zum Aufzug passieren ließ, wo er glückselig grinsend nach oben fuhr.

Noch ist unsere Tochter in der Ein-Wort-Phase, sie ist gerade anderthalb geworden. Ihr aktiver Wortschatz hat jedoch bereits einen beträchtlichen Umfang und umfasst kompliziertere Worte wie „Kukas“ (Rucksack) aber auch Dinge wie „Gogge“ (Socken), „Gagge“ (Jacke), „Wuff“ und „Muh“. Manche Worte geben uns allerdings Rätsel auf – Erschallt der Ruf „Gille!!!“, dann heißt das einfach, dass sie etwas trinken möchte, warum auch immer sie sich diese Lautfolge dazu ausgesucht hat. Na ja, Hauptsache, wir verstehen sie.
Wir rätseln allerdings noch, was es mit „Gola“ auf sich hat. Ganz sicher nicht die dreiste Forderung nach „Cola“ (jedenfalls hoffe ich das), denn das zählt nicht zu unserer Stanbdard-Kühlschrank-Ausstattung. Aber ziemlich sicher irgendwas zu Essen („Schokolade“?), denn das ist nach Rumstiefeln und Leute-Grüßen derzeit die eigentliche Hauptbeschäftigung unserer Tochter.

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