Let the music play!

An anderer Stelle hatte ich hier bereits die grausamen Folgen geschildert, die beim unfreiwilligen Konsum der Machwerke gewissen- und geschmackloser Kindermusikautoren entstehen können. Solche Ohrwürmer können einem den ganzen Tag und wenn‘s blöd läuft auch noch die halbe Nacht versauen, richtig?

Ich habe es ja schon immer geahnt: Was den Musikgeschmack angeht (und natürlich nicht nur das), werden mich meine Kinder im Laufe ihres Heranwachsens wahrscheinlich einmal so richtig nerven. Denn jede Generation setzt sich doch von der anderen irgendwie ab, rebelliert – das ist Naturgesetz! – mit anderer Musik, Kleidung. Egal was, Hauptsache die Erwachsenen finden es doof.

Wobei: Man liest ja immer häufiger in den Medien, dass sich die Alten den Jungen in Sachen Outfit und Lifestyle immer mehr angleichen (Der Fachbegriff: Verlängerte Adoleszenz). Fünfzigjährige tragen heute ganz selbstverständlich dieselben Jeans- und Schuhmarken wie Pubertierende. Mütter leihen sich von ihren Töchtern Klamotten und umgekehrt. Das habe ich auch schon beobachtet, und sicher: Auch ich werde eines hoffentlich noch allzu fernen tages nicht in beige-grauer-Rentneruniform ins Pflegeheim eingeliefert, sondern voraussichtlich in einer H&M-Jeans.

Aber zurück zu meinen Kindern. Es gibt hier nämlich ein zweites Naturgesetz: Es kommt sehr oft anders als man denkt. Manchmal sogar ganz anders… Fest steht jedenfalls: Ich bin jetzt schon richtig geschockt vom Musikgeschmack meines gerade einmal neunjähigen Sohnes! Es ist ein Skandal. Denn haltet euch fest: Er ist neun Jahre alt und hört am liebsten – jetzt kommt‘s – den Lokalradiosender Bayern Drei!!!

Entsetzen, Abscheu, Unglaube – angesichts eines so mediokren, mainstreamigen Musikgeschmacks kann ich meine Gefühle kaum in Worte fassen. (Man muss dazu sagen, dass mein Musikgeschmack ganz sicher nicht repräsentativ für meine Alterklasse Vierzg plus ist, ich bin sozusagen das Paradebeispiel für verlängerte Adolszenz beim Musikkonsum).

Hier ein Auszug aus der Playlist unserer letzten gemeinsamen Autofahrt (die zum Glück nur 20 Mintuen dauerte): Phil Collins – Bon Jovi – dann irgendeine US-amerikanische Mainsstreamhit jüngeren Datums – danach Van Halen mit „Jump“ (ok, hab ich als Kind auch gehört, aber hej, das waren die Achtziger!) das Ganze ständig unterbrochen von zwei Moderatoren, die sich ständig gegenseitig versicherten, dass jetzt Freitagnachmittag sei, die Arbeitswoche deshalb bald zu Ende und man damit also aufs Wochenende zusteuere. Na prima!

Neulich, wir mussten wieder auf Wunsche des Sohnes genau diesen Sender hören, fragte ich nach: Was er denn daran so gut finde? „Die Musik“ kam als Antwort. Und was ich daran nicht gut fände? „Die Musik“, antwortete ich ehrlich. „Und ganz schlimm finde ich das Gerede der Moderatoren.“ „Ich auch“, sagte er. Wenigstens in diesem Punkt sind wir uns also einig. Es besteht also anscheinend noch Hoffnung…

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