Trainingseffekt – zunichte gemacht

Mein Abend heute in Zahlen:

19:10 Uhr – Einchecken im Fitness-Studio. Gerätetraining: 120 Kalorien verbraucht. Cardiotraining am Stepper: 200 Kalorien verbraucht. Danach Schwitzen in der Sauna: Geschätzter Kalorienverbrauch rund 100. Macht in der Summe: 420 Kalorien minus. Gefühlter Zustand: Fit und schlank.

21:30 Uhr – Ankunft zuhause. Spaghetti Pesto: mindestens 300 Kalorien. Zwei Gläser Rotwein: je 150 Kalorien, mal so geschätzt… Und der Burner: Ein Riegel dunkle Lindt-Schokolade, gefüllt mit Heldelbeer-Lavendel. Kalorien: mmmh?!
Macht in der Summe: so rund 800 Kalorien plus. Gefühlter Zustand: Fett und faul.

7 Tage – 7 Bilder

Die vergangene Woche hatte so ihre Highlights – was das Wetter angeht und auch das Kulinarische… und sie war voller „erste Male“. Eine Idee von Frische Brise.

Zum ersten Mal Zopf!

Zum ersten Mal Zopf!

Selbstgemachtes Pesto - mmh!

Selbstgemachtes Pesto – mmh!

Kirschblüte im vollen Ornat.

Kirschblüte im vollen Ornat.

Ice-Drinks im Einkaufszentrum.

Ice-Drinks im Einkaufszentrum.

Sonnenliege im Hagel.

Sonnenliege im Hagel.

Das erste Mal draußen Frühstücken!

Das erste Mal draußen Frühstücken!

Angrillen am Sonntagnachmittag.

Angrillen am Sonntagnachmittag.

7 Tage – 7 Bilder

Fasnet im nebligen Ravensburg und Sonne satt am Starnberger See: Hier ist unsere Woche in Bildern! Mehr davon bei Frische Brise.

Große und kleine Leute beim Narrensprung in Ravensburg.

Narrensprung in Ravensburg.


Rosenmontags-Hexe

Rosenmontags-Hexe


Tulpen!!!

Tulpen!!!


Ausflug an den Bodensee.

Ausflug an den Bodensee.


Am Starnberger See.

Am Starnberger See.


Rhabarberspritz im Biergarten.

Rhabarberspritz im Biergarten.

...und Eis sowieso!

…und Eis sowieso!

Allo? Wu!

Unsere kleine Tochter spricht. Das heißt, sie lernt gerade sprechen. Ihr Wortschatz, der aus zahlreichen Lauten, selbsterschaffenen, verdrehten Worten und „richtigen“ Worten besteht, wird von allen Familienangehörigen bereits bestens verstanden. Das Kind ist ohnehin sehr kontaktfreudig, sehr zum Entzücken der Umwelt.

"Brilla" ist gehört selbstverständlich auch zum Wortschatz.

„Brilla“ gehört selbstverständlich auch zum Wortschatz.

Begegnen wir einem Nachbarn im Treppenhaus oder Gemeinschaftskeller schallt ihm oder ihr stets ein „Allo!“ entgegen, gerne auch vier- oder fünfmal – nur zur Sicherheit, dass das Gegenüber es auch richtig versteht. Lernen durch Wiederholen. Der ältere Herr aus dem dritten Stock machte sich neulich einen Spass daraus, ihr von dort oben im Treppenhaus immer wieder „Hallo“ nach unten ins Erdgeschoss zuzurufen, was sie mit wachsender Begeisterung dazu veranlasste, jedesmal mit „Allo“ zu antworten.

Jeder, dem wir außerhalb unseres Hauses begegnen und den ich grüße, wird von ihr ebenfalls mit einem deutlichen „Allo“ begrüßt. Lernen durch Nachahmen. Eine vorbeiradelnde Nachbarin fiel neulich vor Begeisterung fast vom Rad, als ihr dieser knapp 80 cm kleine Mensch, in grasgrünen Crocs vor sich hinstiefelnd, vom Wegesrand fast nebenbei und ganz selbstverständlich „Allo“ zurief.

Bezaubert war auch ein Engländer, der in der Wohnung ganz oben kürzlich zu Besuch war. Er war gerade dabei, aus dem Kellerabteil ein paar Flaschen Bier zu holen, als sie sich vor ihm aufbaute und ihm freudestrahlend mit einer gewissen Penetranz mehrfach „Allo“ zurief, was er prompt jedesmal mit „Hello“ quittierte. So ging das eine Weile hin und her, bis sie den armen Mann schließlich zum Aufzug passieren ließ, wo er glückselig grinsend nach oben fuhr.

Noch ist unsere Tochter in der Ein-Wort-Phase, sie ist gerade anderthalb geworden. Ihr aktiver Wortschatz hat jedoch bereits einen beträchtlichen Umfang und umfasst kompliziertere Worte wie „Kukas“ (Rucksack) aber auch Dinge wie „Gogge“ (Socken), „Gagge“ (Jacke), „Wuff“ und „Muh“. Manche Worte geben uns allerdings Rätsel auf – Erschallt der Ruf „Gille!!!“, dann heißt das einfach, dass sie etwas trinken möchte, warum auch immer sie sich diese Lautfolge dazu ausgesucht hat. Na ja, Hauptsache, wir verstehen sie.
Wir rätseln allerdings noch, was es mit „Gola“ auf sich hat. Ganz sicher nicht die dreiste Forderung nach „Cola“ (jedenfalls hoffe ich das), denn das zählt nicht zu unserer Stanbdard-Kühlschrank-Ausstattung. Aber ziemlich sicher irgendwas zu Essen („Schokolade“?), denn das ist nach Rumstiefeln und Leute-Grüßen derzeit die eigentliche Hauptbeschäftigung unserer Tochter.

Warum ich nie einen Cupcake backen werde

Sie sehen doch wirklich schön aus: So bunt , süß und cremig. Einfach zum Anbeißen – diese Cupcakes, die in Zeitschriften, Buchtiteln und auf vielen Food-Blogs perfekt inszeniert zum Nachbacken anregen sollen. Oder? Beim Anblick dieser makellos gestylten Fotos bekomme ich leider immer so ein seltsames Gefühl. Ich werde dann nämlich aggressiv. Es ist, als ob diese vielen kleinen bunten Häubchen zu mir sprechen würden. Es ist, als ob sie sagen würden: „Schau mal, das könntest Du auch schaffen, wenn Du dich nicht immer so anstellen würdest! Das kriegen doch auch andere Mütter hin, neben Haushalt, Kindern und Beruf. Beim nächsten Kindergartenbuffet wärst Du der Star mit uns…“
Es ist nicht so, dass ich Cupcake-Liebhaber generell kritisieren möchte. Jedem das Seine (wenn er den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat), und es sieht ja wirklich hübsch aus! Es ist auch nicht so, dass ich nicht backen könnte. Gemessen an den Bedingungen unter denen dies geschieht (meist nachts um 22 Uhr, nachdem das letzte Kind ins Bett gebracht, die letzte Ladung Wäsche in den Trockner befördert wurde und die vorletzte Email geschrieben ist), sind meine Backkünste sogar mehr als anerkennungswürdig, finde ich. Aber das Zeitbudget für mein Back-Pflichtprogramm ist mit drei Kindern und den dazugehörenden Geburtstagen und Kuchenspenden für Schul- bzw. Kindergartenfeste schon mehr als ausgefüllt. Da fehlt dann halt die Muße für die Pistazien-Limettencreme.

Wenn ich mal etwas mehr Zeit hätte, dann gäbe es ohnehin einige andere Dinge, die ich tun würde, bevor ich eine Ladung zuckersüße Küchlein backen würde: Ein Buch lesen, endlich mal wieder joggen gehen, Musik hören, den Garten auf Vordermann bringen, meinen eigenen Kleiderschrank ausmisten, Fußnägel lackieren, und so weiter und so weiter… Aber da hat eben jeder und jede seine persönlichen Präferenzen und das ist ja auch ok.
In mir keimt allerdings seit längerem der Verdacht, dass es sich bei diesen hyper-inszenierten Cupcake-Fotos um ein neues Mittel handelt, den Zickenkrieg zu befeuern. Bzw. um ein neues Mittel zur Selbstkasteiung der modernen Frau. Ein Cupcake ist der kuchengewordene Vorwurf: „Du musst noch perfekter werden, das was Du kannst und tust den lieben langen Tag ist noch immer nicht genug.“ Wenn ich die Fotos auf manchen Food-Blogs sehe, dann läuft mir nicht das Wasser im Mund zusammen, es bricht mir eher der Schweiß aus. Wie lange steht man dafür in der Küche? Wie bekommt man die Küche danach so aufgeräumt wie auf dem Foto? Was machen diese Menschen eigentlich beruflich? Sind sie Konditormeister? Wer soll das alles eigentlich essen und wer passt danach noch in die Jeans?
Willst Du, dass sich eine berufstätige Mutter mal wieder so richtig schlecht fühlt, dann setz ihr zum Kaffeeklatsch Cupcakes vor, erwähne beiläufig, dass Du sie selbstgebacken hast und dass es überhaupt nicht schwierig war. Eine gute Freundin erzählte mir, dass eine ihrer Nachbarinnen tatsächlich ein besonderes Backtalent hat. Zweimal im Jahr lädt sie zur Hausparty ein und sorgt damit für ihren Nachbarinnen für heimliche Beklemmungen und Komplexe. Was diese natürlich niemals offen zugeben würden.
Nein, ich bin einfach keine Cupcake-Mama. Ich kriege einen ordentlichen Marmorkuchen zum Kindergeburtstag hin – wahlweise mit oder ohne Gummibärchen-Schokoglasur. Natürlich auch mal Muffins oder einen Obstkuchen. Das entscheidende Kriterium bei diesen Rezepten ist aber: Geht es schnell bzw. „im Schlaf“? Und: essen es die Kinder auch wirklich?

Zum Schluss noch ein Literaturtipp für alle cupcakegeschädigten Mütter: Der herrliche Roman „I don’t know how she does it“ von Allison Pearson beginnt mit einer Szene, in der die Ich-Erzählerin und berufstätige Mutter spätabends einen gekauften Kuchen demoliert, sodass er als selbstgebacken durchgeht und sie ihn am nächsten Tag zum Sommerfest im Kindergarten mitbringen kann. Respekt!

Alltagsschnipsel

Wir stehen mit den Fahrrädern an der roten Ampel, mein ältester Sohn und ich, mitten in der Innenstadt. Rechts neben uns auf dem Gehweg wartet ein semmelkauendes, schwules Paar darauf, dass die Fußgängerampel für sie grün wird. Mein Sohn ruft unüberhörbar nach vorne zu mir: „Mama, warum schmeckt das so unglaublich gut?“ und schwenkt dazu die Reste eines pinkfarbenen Kaugummipapiers – der Packungsinhalt bildet in seinem Mund einen riesigen Klumpen. Ich drehe mich um: „Weil Chemie drinnen ist“, sage ich. Man soll seine Kinder ja nicht anlügen. Die zwei Männer grinsen sich an, fühlen sich vielleicht an ihre eigene Kindheit erinnert. Wir fahren weiter, denn die Ampel ist grün.

Nach weiteren zehn Minuten steigen wir von unseren Rädern, wir sind angekommen. Jetzt schmeckt der Riesenbollen offenbar schon nicht mehr. Mein Sohn beschwert sich: „Das ist ja Betrug, sowas kauf ich mir von meine Taschengeld nicht mehr!“ Er hatte sich das Zeug vorher im Lottoladen bei der Schule gekauft, seinem „local Dealer“, den er täglich besuchen wüde, wenn sein taschengeld mehr hergäbe. Es handelt sich dieses Mal um etwas Zuckerwatteähnliches, das sich im Mund zu einem Kaugummi verwandelt. Ich nicke anerkennend: „Genau!“ Manche Fehler muss man eben jeden selbst machen lassen.